Freitag, 01. Mai 2015

Think positiv!

Es gab eine Zeit, da war «Positives Denken» in fast aller Munde. Erfunden hats der Amerikaner Ralph Waldo Emerson in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Doch erst mit Joseph Murphy, Dale Carnegie und Norman Vincent Peale wurde die Methode gut 50 Jahre später auch bei uns so richtig bekannt.

Ja, es gab tatsächlich mal eine Zeit, da kam noch alles Gute aus Amerika! Meinte man. Inzwischen ist der Hype wieder etwas abgeflaut. Vermutlich, weil die Wirksamkeit der Methode nie bewiesen werden konnte. Und heute wegen fehlender Wissenschaftlichkeit der Esoterik zugeordnet wird. Auch wenn es im Grundsatz keine schlechte Sache ist, das positive Denken, hat der Begriff doch keinen Zusammenhang mit unserem Firmennamen «Positivmedia». Denn das, was wir tun, ist überhaupt nicht esoterisch, es hat Hand und Fuss.

Positiv ist nämlich auch ein Begriff aus der Photographie und wurde im vordigitalen Zeitalter für Papierabzüge gebraucht, im Gegenzug zum Negativ, dem entwickelten Stück Film. Aber hauptsächlich fand der Begriff Verwendung im Zusammenhang mit Dia-Positiven. Im englischen Sprachraum «Slides» genannt, was auch «Rutsche» bedeuten kann – aber das wäre wieder eine andere Geschichte. Für die jüngeren Leser des nachanalogen Zeitalters: Diapositive waren in Rähmchen gefasste Zelluloid-Bilder, die man mit einem Diaprojektor auf eine Leinwand projizierte. Ein Vorgang, der bei den beteiligten Zuschauern meist schon nach kürzester Zeit zu heftigsten Schlafattacken führte, weil man sich zur Vorführung ja in völlig verdunkelten Räumen aufhielt. Zu vergleichen etwa mit den heutzutage leider immer noch weitverbreiteten, wenig kreativen Powerpoint-Präsentationen an Vorträgen, Schulungen und Versammlungen.

Heute sind die Bilder statt analog digital und der Diaprojektor hat dem Beamer Platz gemacht. Die  Diaschau konnte sich hingegen ins digitale Zeitalter hinüberretten. Ich habe den Begriff «Positiv» bewusst gewählt als Fingerzeig auf meine berufliche Herkunft im Photogewerbe. Ein wenig back to the roots sozusagen.