Montag, 19. Dezember 2016

Einer für alle – alle für einen

Die Redaktionen von «Tages-Anzeiger», «Der Bund», «SonntagsZeitung» und «Süddeutsche Zeitung» arbeiten in Zukunft noch näher zusammen. Wo bleibt die Meinungsvielfalt?

«Ab 2017 verfügen die Redaktionen über ein gemeinsames, weltweites Korrespondentennetz», gab der Zürcher Tamedia-Konzern Anfang Dezember bekannt. Eine engere Zusammenarbeit sei in weiteren Ressorts wie Wissen, Kultur und Gesellschaft oder Sport vorgesehen. Auch der Austausch von Texten, Bildern und Infografiken auf digitalen Plattformen soll stufenweise ausgebaut werden. Ab kommendem Jahr wollen der «Tages-Anzeiger» und die «Süddeutsche Zeitung» ein Netz mit über 20 gemeinsamen Korrespondentinnen und Korrespondenten betreiben. Die Steuerung dieses Netzwerks soll ein gemeinsamer Ausschuss beider Redaktionen übernehmen.

Klingt – rein ökonomisch betrachtet – vernünftig. Warum soll jedes Blatt seine eigenen Korrespondenten auf die Piste schicken? Da lassen sich Kosten senken. 20 für alle – das reicht doch. Aber was, wenn das Beispiel Schule macht? Wo bleibt dann die vielbeschworene Meinungsvielfalt?