Mit dem Urknall am heutigen Schmutzigen Donnerstag ist um 5 Uhr die Fasnacht über Luzern hereingebrochen. Rechtzeitig zum Grossereignis bringt die «Luzerner Zeitung» in der heutigen Ausgabe eine sehenswerte Doppelseite «Sprechen Sie Fasnacht?» Mit Texten von Hugo Bischof und Illustrationen von Martin Ludwig. Ein Lexikon für alle Luzerner Fasnächtler*innen und solche, die es werden wollen. Und weil ich so begeistert bin, hab ich dem Herrn Bischof gleich einen Leserbrief geschickt:

Lieber Hugo Bischof

Die Doppelseite «Sprechen Sie Fasnacht?» ist der Schmudo-Hammer! Tolle Grafiken, aufschlussreiche Begriffserklärung für alle Fasnächtler und Nichtfasnächtler. Preisverdächtig. Was mich richtig freut: Hier wird die «Guugge» (oder das «Guuggi») korrekt mit zwei «U» und zwei «G» geschrieben – keine Selbstverständlichkeit! Auch wenn sich die Luzerner Zeitung meist an diese Schreibweise hält, hab ich auch hier vor nicht allzulanger Zeit in einer Überschrif – wie sonst so oft eben – von der «Guggenmusig» gelesen. Nicht wirklich wichtig, aber eben falsch. Warum? Weil eine «Gugge» als baseldeutscher Ausdruck einen Sack oder eine Tüte bezeichnet. Und nicht ein lautes Blechblasinstrument. Demnach wäre eine «Guggenmusig» eben eine Sackmusik. Wobei es bei der Tüte schon wieder heikel wird, weil man bei uns «tüütet», wenn man laut ins Horn bläst. Wäre demzufolge vielleicht noch nützlich gewesen, wenn hier auch von der «Guuggenmusig» zu lesen gewesen wäre. Weil landauf, landab mit «Guggenmusigen» und «Guggenmusiken» Schindluderei getrieben wird.

Und da stolpere ich gleich noch über den Ausdruck «Usgüüglete» auf ihrer grandiosen Doppelseite. Ich meine aber, das müsste «Usgüügglete» heissen (mit zwei «g» geschrieben), weil es eben um die «Guuggen» geht. Auch der Trompeter wäre dann ein «Güüggler» und nicht, wie von Ihnen geschrieben, ein «Güügler». Spitzfindig? Nicht unbedingt! Weil «güüglen» (oder «güügelen») etwas ganz anderes bedeutet und eine Tätigkeit beschreib, die damit zu tun hat, wenn jemand etwas zu tief ins Glas schaut. Was ja an der Fasnacht auch vorkommen soll…

Mit herzlichen Fasnachtsgrüssen!
Guido Gallati